So etwas nennt man nachhaltig – oder?

Autor: Bärbel Fahl

Nach meinem Bibliotheksstudium wollte ich in Hamburg bleiben oder noch besser – nach Berlin ziehen. Ich hatte einen tollen Beruf und wollte jetzt endlich "mein eigener Herr" sein. "Zum Glück" gab es in beiden Städten keine freien Stellen. Eine aus Kiel stammende Kommilitonin erzählte von einem Stellenangebot in der Universitätsbibliothek Kiel.

Mit großstädtischer Hamburger Arroganz ersteinmal auf die Karte geschaut: Wo genau liegt Kiel denn überhaupt? Zum Vorstellungsgespräch mit dem Zug nach Kiel und vom Bahnhof mit der Straßenbahn zum Westring 400. Vorstellung bei Bibliotheksdirektor Dr. Günther Wiegand.

1982 fing ich in der Universitätsbibliothek Kiel an zu arbeiten. Freiwillig und doch – was für ein Schock! Vollzeit in einer historischen Universitätsbibliothek arbeiten: 8 Stunden täglich, 5-Tage-Woche, 26 Tage Urlaub, "etliche Kolleginnen, wie sie im Buche stehen" und das Ganze im studentischen Milieu. Heute, 2015, gehöre ich selbst zum "angestaubten Personal" und kann Kolleginnen (wir sind immer noch erheblich mehr Frauen als Männer) von historischen Entwicklungen der letzten 33 Jahre in der UB erzählen. Von der Ausleihe per Lochkarte, vom Katalogkarten Schreiben und Einlegen, vom Programmieren in Assembler für die erste Online-Ausleihe, den ersten großen Freihandbereichen in der Naturwissenschaftlichen Abteilung am Heinrich-Hecht-Platz oder dem großen Umzug der Zentralbibliothek 2001 in die Leibnizstr. 9.

Mein Mann, ebenfalls aus Hamburg stammend, ist schon lange begeisterter Kieler und Segler und Benutzer der UB. Unsere Kinder sind natürlich echte Landeskinder. Für das WS 2015/16 bewirbt sich meine Tochter für ein Studium an der CAU.