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Autor: Manfred Nilles

Wer Bewerbungsvorbereitungen für einen Arbeitsplatz ausführen muss weiß (einmal mehr seit 2000), dass Kenntnisse über das Unternehmen in den Bewerbungsgesprächen abgefragt werden. Kenntnisse über Universitäten hatte man als Arbeiterkind bzw. als Student, der über den 2. Bildungsweg eine höhere Berufsebene anstrebte, quasi keine. So auch ich.

Zuweilen hörte man Namen, nur Namen wie Harvard, Yale, Stanford, Oxford, Cambridge, Sorbonne oder Frankfurter Schule, Kölner Schule, Freiburger Schule oder Namen von Professoren, aufgrund deren Lehre hier, dort man zum Jura- oder Medizin- oder … -studium dort hin ging. Hinzu kommt, dass seinerzeit das Wissen über die jeweilige Universität sozusagen eine Holschuld war. Die heutigen elektronischen Medien liefern die Informationen wie andere die Pizza – frei Haus. Überdies jubelt man gar heute: „Hörsaal war gestern“ (Dt.funk, 03.06.2013).

Das heutige besondere Interesse in Akademikerkreisen an den höheren Bildungsstätten hat zwei neuzeitliche Gründe: das Hochschulranking, die Sorbonne-Erklärung vom 25. Mail 1998 als Vorläufer zum Bologna-Prozess von 1999 (und den folgenden: Prag 2001, Berlin 2003, Bergen 2005, London 2007, …), die die Abschlüsse auf europäischer vergleichbar, anerkennbar zu machen suchten.

Diese öffentlichen Diskussionen zum Bologna-Prozess veranlassten mich u.a., so es sich ergab, der CAU Gründungsgeschichte aus Kenntnissinteresse nachzugehen.

So nahm ich bei dem Kunsthallenbesuch 2002 erstmals das Gemälde des Gründers der CAU bewußt wahr. Der Besuch der Ausstellung zur CAU in der SH-Landesbibliothek 2004 gab mir weitere Informationen. Letztlich hatte auch die Ausstellung „Die Herzöge von Schleswig-Holstein“ im März 2008 in der SH-Landesbibliothek mir ergänzende Informationen über Universität und Gründer gegeben. Bilder in Kieler Stadtbüchern zeigten mir bauliche Änderungen – Buch „Kiel – ein verlorenes Stadtbild von 1994, Seite 50 // Kieler Express vom 22. Oktober 2008 z. B..

Bei allgemeinen Studien in der UB bin ich auf die Gründungsode gestoßen, die ich in den Ausstellungen nicht wahrnahm.

Der Kieler Nachrichten-Artikel vom 18. Februar 2010 zeigte mir, dass in der CAU-Universitätsgeschichte in Lehrkörperbetrachtung ein dunkler Fleck besteht.

Nicht minder markant zeigte sich mir die CAU-Symbolverunglimpfung in der Zeitung „Der Albrecht“ 2008, worauf ich dbzgl. einen Leserbrief schrieb.

Wenngleich ohne akademischen Abschluss an der CAU (ich war dort Student in den Jahren 1977 bis 1989) blieb mein Ansinnen durch Studienzeitfreundschaften über die Universität näheres zu erfahren.

Der freiwillige Besuch von Lehrveranstaltungen, Vorträgen im Sportinstitut brachte mir nachhaltige positive Freuden. Im Besonderen die, dort auch gerne in der Sportbibliothek sportmedizinischen Studien nachzugehen. Die seinerzeit neu ins wissenschaftliche Blickfeld getretene richtige Sporternährung war Anlass.

Zu verschweigen ist ob dessen andererseits nicht, dass es eine negative Beziehungslinie gibt, die durch eine mir bis heute unverständliche Handlungsweise von Frau Dr. xxx entstand.

Demgegenüber ergaben sich für mich auch Dankmomente. Während und nach meiner Studentenzeit habe ich diese gerne wahrgenommen, sei es gegenüber einem Professor am kunsthistorischen Institut (Prof. Dr. phil. W. J. Müller+), der UB und dem Sportinstitut (Prof. Dr. med. H.Rieckert, Prof. Dr. Jan-Peters Janssen & Mitarbeitern).

Blickt man heute auf Kiel und die Universität und im Besonderen auf das Sportinstitut (und hat dabei Freiburg – Köln – Kiel im Blick) macht es viel Sinn seitens der Universitätsführung ein Zitat von der Philosophin Edith Stein (1891-1942) aufzunehmen. Zitat: „Der Mensch, dem sein Leib in die Hand gegeben ist, trägt auch die Verantwortung dafür. Wird der Körper vernachlässigt oder falsch behandelt, so zeigen sich Störungen der leiblichen Funktionen, und es besteht die Gefahr, dass auch das innere Leben gestört wird.“ (Bundeszentrale politische Bildung, Band 1084, S.191). Im Stadtpräsidenten, Hr. RA Tovar, fände man den passenden Gesprächspartner.

Mit vorzüglicher Hochachtung
Manfred Nilles